Das Champions-League-Finale wird auch gezeigt!!
Um es vorweg zu nehmen: Ja, ROYAL BATHS machen Retro-Mucke. Ja, sie klingen nach Velvet Underground oder Neil Young auf Acid. Und, man
höre und staune: Sie machen urzeitlichen Garagen-Rock mit einer Prise Blues. In der Tat klingt der Vierer aus Brooklyn auf dem neuen Werk “Better Luck Next Life” so extrem nach Velvet
Undergrounds schleichender Paranoia, nach Spacemen 3 und sonstigen Protagonisten aus vergangenen Zeiten, dass man kaum einen Gedanken an die Gegenwart verschwendet.
Mit schnöden Riffs, Lou-Reed-Vocals und mannigfaltigem Einsatz versierter Pop-Effekte schaffen es Royal Baths den Hörer über die Distanz von neun Songs bei der Stange zu halten. Alles natürlich
im altbewährten Blues-Tempo und im scheppernden Midtempo-Bereich serviert, gepaart mit ein bisschen Acid sind die Songs dabei unglaublich energiegeladen. Dass dabei die Platte auf eine Spielzeit
von über 47 Minuten kommt, ist hier wirklich nebensächlich. Gute Songs sind nun mal lang und erfordern intensives Zuhören.
Für Fans von: Velvet Underground, Sonic Youth, Spacemen 3...
PAPIER TIGRE ist eine dreiköpfige Band aus Nantes, einer Stadt an der französischen Westküste. Ob das nun typischer Westküstensound ist,
den sie da fabrizieren, ich weiß es nicht, aber man sagt, sie klängen wie Fugazi oder auch Q and Not U. Vergleiche hin oder her – die Musik ist großartig!
Da schlagen einem der laute Gesang, die leicht frickeligen Gitarren und das trümmernde Schlagzeug förmlich um die Ohren. Voller Druck und voller Energie mit gelegentlichen instrumentalen
Atempausen, die man vermutlich auch braucht, aber gleichzeitig die Spannung um einiges steigern.
Papier Tigre sollte man unbedingt live erleben, wenn man sich mal wieder richtig austoben will. Einen ruhigen Abend verlebt man dabei garantiert nicht, dafür aber einen sehr spaßigen.
TEN VOLT SHOCK: Sieht man einmal von den Genre-Mitbegründern Sonic Youth ab, liegt die kommerziell erfolgreiche Hochphase des Noiserocks
schon mehrere Jahre zurück. Und auch in kreativer Hinsicht hat dieses Lärmfeld schon bessere Zeiten gesehen. Umso überraschender also, wenn frisches Material ausgerechnet aus der süddeutschen
Provinz kommt.
Wer die Band noch nicht live erlebt hat, wird beim Hören kaum glauben wollen, dass es lediglich drei Mann bedarf, um eine derartige musikalische Dampfwalze in Betrieb zu nehmen und Bewegung zu
halten. TVS erzeugen keinen Wall-Of-Noise, sondern lassen messerscharf abgetrennte Gitarren- und Bassriffs auf Hochpräzisions-Schlagwerk und ordentlich viel Beckenscheppern treffen und sich dabei
vom heiseren Anpeitscher am Mirko durch vertrackte Songgeflechte hetzen.
Nach dem Konzert:
Riot Radio mit den DJs DER BRENNER & LEIF ERIKSON (NEO-GARAGE, 60's/PUNK, PUNKROCK, POWERPOP, SHOEGAZE, WAVE, POSTPUNK, NOISE & ELEKTROSCHROTT)
‚Shadow pop‘ – dunkel, glitzernd und melodisch ist die Welt von TERROR BIRD. Düstere und melancholische Texte, vorgetragen von verschwörerisch schönen female Vocals, treffen auf zuckersüße Pop Hooklines. TERROR BIRD ruft Erinnerungen an Lo-Fi Synthie-Pop und Dark/New Wave Pop und den Glam und Glimmer der 80er wach, von Kate Bush über Human League bis Philipp Glass, ohne dabei aber in eine rein abkupfernde Retro-Pose zu verfallen. Ähnlich wie Zola Jesus, Desire, Fever Ray oder Crystal Castles machen TERROR BIRD viel zu sehr ihr eigenes Ding draus, als dass man von einem reinen Nostalgie-Phänomen sprechen könnte.